HPV

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HPV ist die Abkürzung für Humane Papillom-Viren. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Viren, von denen einige Typen Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Geimpft werden junge Frauen, von denen anzunehmen ist, dass sie noch nicht mit den Viren infiziert sind. Dann besteht die Chance, sie mit der Impfung vor dieser Erkrankung zu bewahren.

Was kennzeichnet die Erreger?

Humane Papillom-Viren gibt es auf der ganzen Welt und zwar bei Mensch und Tier. Bisher sind etwa 100 verschiedene Typen von HPV bekannt, die mit Zahlen durchnummeriert werden. Ungefähr 40 dieser Virustypen können Zellen in der Haut, dem Gebärmutterhals und des Enddarms so verändern, dass aus ihnen Tumore wachsen. Zu diesen gefährlichen Virustypen gehören HPV 16 und 18. Sie sind in den meisten Tumoren des Gebärmutterhalses nachweisbar.

Wie werden die Erreger übertragen?

Die Viren werden durch direkten Kontakt von Haut und Schleimhaut übertragen, meist beim Sex.

Wie häufig ist die Infektion?

Etwa 70 von 100 aller sexuell aktiven Frauen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an. Eine ähnliche Zahl von Männern macht ebenfalls eine HPV-Infektion durch. Bei jungen Frauen ist die Rate an Infizierten besonders hoch. Auf die 15- bis 24-Jährigen entfallen zwei Drittel der Virusträgerinnen.

Wie verläuft die Infektion?

Mit den Viren infiziert zu sein, bedeutet nicht notwendigerweise, an einem Tumor zu erkranken. Vielmehr verschwinden die Viren bei den meisten jungen Frauen innerhalb von ein bis zwei Jahren ohne Behandlung von selbst wieder. Es ist aber auch möglich, dass die Viren monate- und jahrelang in den Zellen vorhanden sind. Dann können sich im Laufe von Jahren Zellen des Gebärmutterhalses so verändern, dass aus ihnen manchmal eine Krebserkrankung wird. Gebärmutterhalskrebs wird in Deutschland Jahr für Jahr bei etwa 6500 Frauen festgestellt.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Die Viren selbst machen durch nichts auf sich aufmerksam. Bei den üblichen gynäkologischen Untersuchungen können sie nicht erkannt werden. Es gibt jedoch einen speziellen Test, mit dem die Viren in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut nachgewiesen werden können. Doch selbst wenn bestätigt wurde, dass die Viren vorhanden sind, eine Möglichkeit, sie zu entfernen, gibt es bisher nicht.

 Hingegen kann bei der jährlichen Früherkennungsuntersuchung, die Frauen ab dem 20. Lebensjahr dringend empfohlen wird, sehr früh erkannt werden, ob ein Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Die Behandlung richtet sich dann danach, wie sehr sich die Zellen bereits verändert haben. Oft genügt es, die innere Zellschicht des Gebärmutterhalses zu entfernen (Konisation), manchmal muss eingreifender operiert werden. 

Wie kann man der Infektion vorbeugen?

Zwei Strategien ergänzen einander: Eine Impfung gegen Humane Papillom-Viren soll verhindern, dass sich die Viren in den Zellen festsetzen. Eine Früherkennungsuntersuchung soll entstandene Zellveränderungen frühzeitig entdecken, damit dieser Gewebebereich entfernt werden kann. Die gynäkologische Untersuchung, bei der vom Gebärmutterhals Zellen abgenommen und untersucht werden (Pap-Abstrich), wird mit der Impfung keinesfalls überflüssig. Der Impfstoff richtet sich nämlich nur gegen einige Virustypen. Gebärmutterhalskrebs wird aber auch durch andere als diese Virustypen verursacht.

Derzeit wird allen Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen, sich gegen HPV impfen zu lassen. Die Impfung soll möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr stattgefunden haben. Geimpft wird dreimal innerhalb eines halben Jahres. Der Impfstoff ist zugelassen für Frauen bis 26 Jahren.

Wie sicher die Impfung wirklich vor einem Gebärmutterhalskrebs schützt, lässt sich noch nicht verlässlich sagen. Auch wie lange der Impfschutz anhält, ist noch unklar. Dazu ist die Impfung noch zu neu. Derzeit geht man davon aus, dass er fünf Jahre lang schützt. Ob danach erneut geimpft werden muss, muss sich erst noch zeigen.

Gibt es Impfrisiken?

Als Zeichen, dass sich der Organismus mit dem Impfstoff auseinandersetzt, rötet sich bei mehr als 10 von 100 Frauen die Impfstelle innerhalb von ein bis fünf Tagen, schwillt an und schmerzt. Bei der zweiten und dritten Impfung kann sich das verstärken. Bei manchen Frauen blutet es und juckt. Sehr viele Frauen bekommen Fieber bis etwa 39°C. Auch Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Magen-Darm-Störungen sind auftreten. Diese Beschwerden gehen aber bald vorüber und bleiben folgenlos. In den Studien, in denen der Impfstoff geprüft wurde, ist bei weniger als 1 von 1000 geimpften Frauen Hautjucken am ganzen Körper aufgetreten.

 Ebenfalls im Rahmen von Studien klagten einige wenige Frauen innerhalb von 15 Tagen nach der Impfung über verengte Atemwege und Gelenkentzündungen. Dieses trat zwar in zeitlicher Nähe zur Impfung auf, doch ist fraglich, ob sie die Ursache dieser Erkrankungen war.

 

Hinweise zu HPV

  • Wenn Sie beim Sex grundsätzlich Kondome benutzen, sind Sie auch vor einer Ansteckung mit HPV gut geschützt.
  • Die Impfung gegen HPV schützt nur vor einigen wenigen krebsauslösenden Virustypen. Viele andere Virustypen sind ebenso gefährlich, doch gibt es gegen sie derzeit keinen Schutz. Darum sollten Sie unbedingt weiterhin einmal im Jahr zur gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung gehen.
  • Sprechen Sie von Zeit zu Zeit mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, ob es Neues gibt zu der Frage, ob die HPV-Impfung aufgefrischt werden soll.
  • Eine Übersicht als Faktenblatt des RKI finden Sie hier.

Wichtige Adressen:

Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, Tel.: 030-187540, Internet: www.rki.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln, Tel.: 0221-89920, Internet: www.bzga.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Im Mediapark 8,  50670 Köln, Tel.: 0221-356850, Internet: www.gesundheitsinformation.de 

Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel.: 06103-770, Internet: www.pei.de, Informationen zu Verdachtsfällen auf Impfkomplikationen sowie von Verdachtsfällen schwerwiegender Nebenwirkungen unter www.pei.de/db-verdachtsfaelle

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